Lennard – oder: ist er schon drin?

Als ich Lennard bei Tinder entdeckte, entsprach er für mich dem typischen Jungen von nebenan.
Alle seine Fotos sahen super sympathisch aus und auch beim Schreiben enttäuschte er mich nicht.
Meiner Meinung nach konnte ein Mensch, der online schon so charmant war, nur ein Glückstreffer in der realen Welt sein.
Der Grund warum wir uns trotz seiner positiven Eigenschaften, erst relativ spät trafen, war einfach: Ich hatte keine Lust mehr auf Dates, die zu nichts, ausser Kopfschmerzen führten.
Eines Abends, meine Freunde waren alle anderweitig beschäftigt, war mir so langweilig, dass ich einem Treffen mit Lennard dann doch noch zustimmte.
Wir wollten uns einen Film im Kino anschauen und danach noch bei ihm Zuhause etwas gemeinsam kochen.
Von der lustigen und charmanten Art, die Lennard bei Tinder ausstrahlte, war im echten Leben, dann nicht wirklich viel zu sehen.
Im Gegenteil, er wirkte sehr verschlafen und bevor der Film los ging, hatten wir uns nicht wirklich viel zu sagen.
Beim Film selbst, legte er jedoch ziemlich schnell seine Hand auf meinen Oberschenkel und obwohl der erste Eindruck nicht wirklich positiv ausfiel, gefielen mir seine Berührungen.
Seine Wohnung befand sich in einer ziemlich düsteren Ecke meiner Stadt, die nur aus kalten und trostlosen Wohnblocks bestand.
Sollte Lennard ein Serienmörder sein, wäre dies definitiv der richtige Ort dafür.
Aber ich hatte schon ewig keinen Sex mehr gehabt und deshalb nahm ich dieses Risiko in Kauf.
Wir kochten, aßen und langsam taute Lennard auch ein wenig auf und erzählte mir viel über sich.
Ich hatte genug gehört, ich war bereit meiner Libido etwas Gutes zu tun und so übernahm ich die Initiative und küsste ihn.
Als wir uns küssten, verspürte ich zum ersten Mal seit langem wieder sowas wie Schmetterlinge im Bauch.
Wir küssten uns gefühlt ein ganzes Jahrhundert, ich fühlte mich wieder als wäre ich dreizehn Jahre alt, als jeder dachte, das rummachen das höchste der Gefühle war.
Aber diese Zeit, lag lange hinter mir und ich wusste das die nächste Stufe noch geiler und noch intensiver sein würde.
Als Lennard sich auszog, erhaschte ich im Dunkeln einen kurzen Blick auf seinen Penis.
Mir fiel auf das er nicht wirklich gut bestückt war, aber meiner Meinung nach kommt es eher auf die Technik, statt auf die Größe an.
Es verging ein paar Minuten ehe er sich das Kondom überstreifte, aber dann war es endlich so weit.
Als er zwischen meinen Beinen lag, fing er auch sofort an, sich zu bewegen und heftig und laut zu stöhnen, als wären wir schon mittendrin.
Auch ich konnte es nicht mehr erwarten und stöhnte ihm ins Ohr: „Okay, steck ihn rein.“
„Bin ich schon, merkst du nichts, Baby?“
Ich war sprachlos, dieser Mann fickte mich anscheinend seit ein paar Minuten und ich merkte rein gar nichts.
Um ihn nicht zu verletzten, stimmte ich in sein Gestöhne ein.
Mit einem schrillen Schrei kam Lennard dann auch irgendwann zum Ende.
Als er mich nach dem Sex berührte, wurde mir schlagartig schlecht, eine weitere Minute hätte ich bei ihm nicht ausgehalten.
Ich nuschelte irgendetwas von früh aufstehen, zog mich an und verließ fluchtartig seine Wohnung.
Zuhause angekommen, hatte ich auch schon eine Nachricht von Lennard auf dem Handy  wie unglaublich schön er unseren Abend fand.
Schon allein sein Name auf meinem Display löste bei mir Gänsehaut aus…
Ich ignorierte ihn, aber hin und wieder beim Kauf von Datteln, denke ich an unseren Abend zurück.

Advertisements