Michelé – oder: Das erste Mal Tinder Social

Für mich und meine Freundinnen ging es in den Urlaub, besser gesagt nach Bella Italia.
Wir freuten uns auf Pizza, Pasta und temperamentvolle Italiener.
Im Hotel angekommen, probierten wir das erste Mal Tinder Social aus.
Das Prinzip ist relativ schnell erklärt: anstatt alleine, wischte man gemeinsam mit seinen Freunden und fand so ebenfalls Gruppen von 2 bis 6 Leuten.
Michelé und seinen Freund Giovanni, lernten wir am letzten Abend unseres Urlaubes kennen.
Im Chat kristallisierte sich schon heraus, dass die beiden sich für was besseres hielten.
Sie prahlten damit herum, dass sie bei Valentino arbeiteten und sich nur mit Frauen verabredeten, die absolute Fashionistas waren und Louboutins trugen.
Wir buchten diese Typen als Schwätzer ab und rechneten gar nicht damit das sie überhaupt auftauchten.
Für den Fall der Fälle informierten wir uns jedoch im Internet über die beiden, was relativ leicht war, denn Michelé hatte sein Instagram mit Tinder verknüpft.
Das erste Bild, war dann auch schon der Hinweis dafür, dass Michelé ein Riesenarschloch war, denn sein Feed bestand nur aus Fotos seiner ach so glücklichen Beziehung.
Meine Freundin hatte den Jungs bereits ihre Handynummer gegeben, wir waren nach der Entdeckung jedoch so abgeturnt, dass wir uns auf einen Abend ohne die beiden einstellten.
In der Bar angekommen schrieben uns die beiden Italiener, mit der Vorliebe zur roten Sohle, dass sie nun auf dem Weg seien.
Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten sie ruhig wegbleiben können, denn das Michelé trotz einer festen Beziehung einem Treffen mit drei Frauen zustimmte, machte ihn nicht gerade sympathisch.
Dafür das sie sich als sehr modebewusst beschrieben, sahen die beiden aus wie jeder zweite Mann in meiner Stadt.
Obwohl ich Michelé von Anfang an nicht leiden konnte, musste ich zugeben, dass er ein sehr gutaussehender Italiener war, mit sehr viel Charme.
Das fiel anscheinend auch meiner Freundin auf, denn sie stürzte sich gleich voller Eifer auf ihn.
Ich zischte ihr noch ins Ohr, dass sie ja nicht vergessen sollte, dass er vergeben war, aber sie winkte ab.
Ganz nach dem Motto: „Ich bin Single, alles andere juckt mich nicht!“
Die Bar hatte im Keller noch einen kleinen Raum zum Tanzen und dort begaben wir fünf uns hin.
Ich tanzte mit Giovanni und irgendwann knutschten wir herum.
Nach einer Weile fiel uns auf, dass meine Freundin und Michelé nicht mehr neben uns tanzten und wir machten uns auf die Suche…
Auf der Toilette endete die Schnitzeljagd.
Was soll ich sagen, meine Freundin bescherte Michelé einen unverdienten Blowjob.
Zum Glück musste sie nicht lange auf dem verseuchten Toilettenboden hocken, denn Michelé spritzte nach wenigen Minuten ab.
Wie es weiter ging?
Er beendete seine Beziehung und meine Freundin zog zu ihm nach Italien, wo die beiden  eine Pizzeria eröffneten und viele kleine Bambinis zeugten.
Oder in Tindersprache: Er löste das Match auf, blockierte sie auf Instagram und empfahl Giovanni sich bei ihr zu melden, da ihre Blaskünste erste Sahne waren!

 

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